Skihochtour im Nationalpark Gran Paradiso. Der Gran Paradiso ist nicht nur der einzige 4.000er der italienischen Alpen sondern auch Namensgeber für den lokalen Nationalpark. Das Aostatal bietet mit seinen vier Seitentälern eine großartiges Sprungbrett und lädt förmlich zu einer mehrtätigen Skihochtour ein. Die Klassische Variante von Ost nach West, startet dabei in Cogne einer kleinen Ortschaft im gleichnamigen Cognetal und endet in Usselieres. Die Skihochtour kann von drei auch bis auf ein siebentägiges Abenteuer verlängert werden. Alle Etappen sind auch für Anfänger von Skihochtouren geeignet. Mit der Unterstützung des Bergführers werden Grate erklommen, vom Gran Serra abgeseilt und über Gletscher abgefahren. Verschiedene Etappenenden sind nach Absprache möglich.
Hier möchte ich eine viertätige Etappe vorstellen.
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Die Skihochtour in EtappenTag 1: Gemütlicher Hüttenzustieg
900Hm↑
Anfahrt ins Aostatal und gemeinsames Treffen in Cogne. Nach dem Materialcheck findet der gemeinsame Aufstieg zur Vittorio Sella Hütte statt. Duschen möglich.
Tag 2: Die technische Etappe
1400Hm↑ 1300Hm↓ 14Km
Der zweite Tag bei der Skihochtour im Gran Paradiso ist sicherlich technisch der schwierigste Teil der Tour. Nach gemäßigtem Gelände folgt die erste Steilpassage. Diese ist jedoch nicht schwierig und mit Steigeisen und den Skiern am Rücken gut machbar. Spätestens am Gran Serre Übergang auf 3552m benötigen wir zum ersten Mal das Seil. Nach 2 Abseilstellen erreichen wir den Timoriongletscher auf dem wir Abfahren.
Nach einem weiteren Gegenanstieg und eine Gratquerung über den Col Est bietet sich uns eine traumhaft Abfahrt über offenes Gelände Richtung Chabodhütte wo wir Übernachten.
Tag 3: Der Gran Paradiso. Höchster Punkt der Skihochtour
1.600Hm↑ 2300Hm↓ 24Km oder 1.300Hm↑ 1300Hm↓ 14Km
Von der Chabodhütte aus geht es wiederum über sanftes Gelände höher. Der Gran Paradiso ist von der Hütte aus gut sichtbar und thront über dem Nationalpark. Die Kürzeste Strecke zum Gipfel verläuft über den Gran Paradiso Gletscher welcher wir folgen. Am Becca de Montcorve angekommen bietet sich uns eine absolut traumhaft Aussicht auf die gesamten umliegenden Alpen mit der Formschönen Monvisopyramide im Süden und dem Mont Blanc im Nordwesten. Die letzten Meter zum Gipfel benötigen wir wiederum unsere Steigeisen. Die kurzen Felspassagen sind nicht schwer, sollten aber trotzdem nicht unterschätzt werden.
Nun folgt eine sehr unterhaltsame Abfahrt Richtung Rifugion Vittorio Emmanuele dem klassischen Ausgangspunkt für alle Gran Paradiso Aspiranten. Nach einer Rast oder dem Etappenziel des Tages kann das Vallon de la Seyvaz mit Skier abgefahren werden. Hierbei gibt es je nach körperlicher Fitness mehrere Möglichkeiten.
Großes Etappenziel ist das Hotel Gran Paradiso mit Dusche lokalen Spezialitäten und Doppelbettzimmer.
Tag 4: Val di Rheme
1.150Hm↑ 1.100Hm↓ 12Km
Nach einem ergiebigem Frühstück folgen wir der gesperrten Straße Richtung Vallon de le Meyes. Das Gelände ist leicht und offen. Prächtiges Gelände um die letzte Etappe zu genießen und den eigenen Eindrücken der letzten Tage nachzuhängen. Vom weitem sieht man bereits den Col Percia mit seinem 3148m. Über den Gletscher und das Vallon d‘ Entrelor gelangen wir nach Rehme-Notr-Dame dem Ziel unserer Reise.
Nach einer Rast erfolgt der Rückweg nach Cogne mit einem Taxi.
Die Unterkünfte im Nationalpark Gran Paradiso Unterkunft in klassischen Schutzhütten in Zwei- oder Mehrbettzimmern. Vor allem die Schutzhütte Vittorio Sella hat auch Duschmöglichkeit, ausreichend Badezimmer und wenn gewünscht auch Zweibettzimmer. Die Schutzhütten bieten lokale Spezialitäten der ital. und franz. Küche.
Die Chabodhütte bietet einen prächtigen Ausblick auf den Gran Paradiso leidet vor allem in der Skihochtourensaison aber manchmal an Wasser.
Das Hotel Gran Paradiso hat alle Vorzüge einer angenehmen Unterkunft mit Vier Gänge Menü zum Abendessen.
Technische Schwierigkeiten der SkihochtourDie Skidurchquerung des Nationalparks Gran Paradiso hat max. 35° Steilheit. Schwarze Pisten sollten für Teilnehmer kein Problem sein.
Am Gran Serra kann zwei mal (unter Führung) im nicht sonderlich steilen Gelände abgeseilt werden. Der geübte Skitourengeher kann mit Steigeisen abklettern. Abseilen wird jedoch empfohlen.
Der Grad am Col Est muss mit Skiern am Rücken und Steigeisen gequert werden. An einigen Stellen sind Seilversicherungen eingerichtet.
Der Gipfel des Gran Paradiso hat einige Kletterstellen im zweiten UIAA Grad.